positionswechsel: Bleach Power

eine lady genießt und schreibt

Für meine liebste Sexkolumne und für euch, werte Leser_innenschaft, habe ich diesmal ein absolut totgeschwiegenes, extravagantes Tabuthema gewählt. Selbst die obercoolsten Pro-Sex-Feministinnen* hatten bislang nichts dazu zu sagen. Daher glaubte ich auch lange, dass nur ich allein dieses eine ganz spezielle Geheimnis habe. Ich nenn es „superheftiger Bleich-Muschisaft“, der auf Dauer jede Unterhose ruiniert oder, um es liebevoll auszudrücken, markiert. Es sei denn, sie ist weiß. Wer gehofft hatte, an dieser Stelle wieder etwas über feministischen Sex lesen zu dürfen: Sorry, hier gibt’s heute Pussykram rund um nervige Flecken in der Unterwäsche und zwar in verdammt jedem einzelnen Höschen. So gut wie alle Frauen haben vaginalen Ausfluss. Dieser kann mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger sein, unterscheidet sich vielleicht tageweise oder hormonell bedingt in seiner Form, Festigkeit, Farbe und Geruch. Wer regelmäßig den/die Gynäkolog_in ihres Vertrauens aufsucht, weiß auch Bescheid, ob bei ihr alles in Ordnung ist (dezenter Hinweis in Richtung Self-Care!). Tatsache ist: Für diesen äußerst aggressiven Bleich-Mumu-Schleim gibt es kaum brauchbare Erklärungsansätze, einige Ärzt_innen machen vermehrtes Schwitzen dafür verantwortlich, wieder andere schieben es auf Urintröpfchen, alle empfehlen sie jedoch das eine: Slipeinlagen. Über meinen tiefen Hass auf Slipeinlagen könnte ich Romane verfassen: Sie dienen der weiblichen Hygiene, fangen jeden Geruch auf, halten alles schön trocken, flauschig und schützen obendrein die Wäsche. Fuck off. Ich habe es so satt, dass mir irgendeine meiner Körperfunktionen peinlich sein soll und die kapitalistischen Produktempfehlungen meine Muschi schlechtreden. Denn eins weiß ich mittlerweile: Im Schritt gebleichte Unterwäsche habe nicht nur ich, sondern viele – und statt Scham und Peinlichkeit ist Stolz und Selbstliebe angesagt. Es lebe der Schleim!

positionswechsel_anschlaege_feminismus_kolumne

Illustration: Nadine Kappacher

Emma Goldbitch gibt ihr Geld lieber für Bücher als für hübsche Unterwäsche aus. Die halten nämlich länger.

1 Kommentar

  1. Die Erklärung ist ziemlich banal: Muschisaft enthält Wasserstoffperoxid. Es trägt zum Erhalt einer gesunden Vaginalflora. Zwar ist die Menge ziemlich gering, aber ein bekanntes Sprichwort sagt: Steter Tropfen bleich die Wäsche.

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