bonustrack: Meine erste Kolumne!

Ich schreibe ja gerne und meine Texte werden auch veröffentlicht, in der Vergangenheit allerdings meist zu vorgegebenen Themen relativ sachlicher Natur. Das fällt mir leicht, vor allem, wenn ich in der Materie firm bin. Hier habe ich es – und auch Sie, werte_r Leser_in – mit einem recht kurzen Format zu tun, das dem journalistischen Kanon zufolge meine persönliche Meinung zu einem mehr oder weniger frei wählbaren Sujet auf unterhaltsame und pointierte Weise so präsentieren soll, dass bei Ihnen, höchst verehrte_r Leser_in, Neugier auf die nächste Ausgabe entfacht wird.

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Illustration: Lina Walde

Nach meiner anfänglichen Freude über die schmeichelhafte Anfrage der Redaktion, den bonustrack im üblichen Jahresturnus von Kollegin Vera Kropf zu übernehmen, fühlte ich mich diesbezüglich ein paar Wochen lang so, als hätte ich die Aufforderung bekommen, jetzt lustig zu sein. Kennen Sie das Phänomen? Das Gegenüber sagt „Erzähl was!“, und mit höchster Wahrscheinlichkeit stellt sich eine sofortige und totale geistige Leere ein? Eine Art intellektueller Stupor, vergleichbar einer wüsten, staubigen Landschaft, durch die maximal ein einsamer Steppenläufer rollt? Wie Ihnen, anbetungswürdige_r Leser_in, ganz sicher aufgefallen ist, habe ich mir erlaubt, diese Hürde mittels unverschämter Selbstreferenzialität zu nehmen. Ich verspreche jedoch, ab der nächsten Kolumne kurzweilig und scharfsinnig über die Begebenheiten meines Metiers zu reflektieren. So könnten, unter Berücksichtigung von Genderrelevanz, Themen wie „Übertragbarkeit des Gödelschen Unvollständigkeitssatzes auf die Club- und Veranstaltungswelt“, „Wechselwirkung von Kompetenz und Performanz in der Musik und ihre Bedeutungsszenarien“ oder auch „Generative Transformationen in der künstlerischen Praxis“ aufs Tapet kommen … Darf ich, erlauchteste_r Leser_in, davon ausgehen, damit Ihr glühendes Verlangen nach meinem nächsten bonustrack geweckt zu haben?
Im Übrigen sei festgehalten, dass „tumbleweed“ der viel hübschere Ausdruck als „Steppenläufer“ ist.

Electric Indigo lebt in Wien, zeitweise auch in Berlin, arbeitet an unterschiedlichsten Orten auf dem Globus und nimmt ab 8. März am #femalepressure Tweetstorm teil.

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