positionswechsel: Küchenexhibitionismus

eine lady genießt und schreibt

 

Gestern haben wir es in der Küche gemacht. Lukas kam zur Tür hinein und hat mich ausgezogen – wie immer einfach so, ohne zu fragen (Das ist Konsens bei uns. Ich darf das auch). Hose runtergezogen, Höschen zur Seite geschoben und mich auf Knien mit der Zunge verwöhnt. Total heiß war ich. Dann sein liebevoller Befehl: „Dreh dich um!“, meine Arme landen auf dem Tisch, ich stütze mich ab, ich stöhne schon, bevor ich von hinten etwas Festes in mir spüre. Gänsehaut und heiß-kalte Beben gehen durch meinen Körper.
Mein Blick zum Fenster erinnert mich daran, dass in der Nachbarsküche, im Haus gegenüber, auch wer ist. Ich sage: „Warte, Baby, ich muss erst …“, doch Lukas hat meine Lust schon so angeheizt, dass es mir mittlerweile egal ist, wer meine neue Nachbarin ist und ob die Jalousien unten sind. Sowieso und eigentlich: Ich mag es, wenn mir wer zusieht.
Vor zwei Wochen nämlich, als die Frau Nachbarin mit ihrem Partner dort einzog und ich mit Luise eine erotische Fesselsession hatte und sich mir Nat in unserem verrückten Königin-Untergebene_r-Rollenspiel unterwarf, deuchte es mir, als sähe sie meiner Chefin Frau Dr. Bellheim zu ähnlich.
Und nicht zuletzt als ich Lukas mit meinem pinken Dildo beglückte. Ich hatte mich damals gefragt, ob meine Nachbarin mich wohl genauso sexy mit meinem neuen Strap-on findet, wie ich mich darin fühle?
Nachdem ich in allen möglichen Stellungen bei offenem Fenster der Lust gefrönt hatte, hatte ich angefangen, mich mit meinen zurückhaltenden Nachbarn abzufinden. Sie sind nämlich langweilig im Gegensatz zu den vorigen: Ein lesbisches Paar, das mir hin und wieder zugewinkt hat – ihre Orgasmen haben meinen Pornokonsum erübrigt.
Heute schlendere ich gedankenverloren in meinem Viertel herum, dabei streift mein Blick über das Klingelschild meiner Nachbarn. Da steht in großen Lettern: BELLHEIM. Ich gehe weiter. Stopp. Ein Schritt zurück. BELLHEIM: WTF. Meine Chefin! Sie ist es doch!
Meine Chefin hat ihr Fenster geschlossen, weil mein Orgasmus sie beim Sonntagsfrühstück gestört hat. Meine Chefin hat gerade Geschirr gespült, während ich es auf dem Küchentisch getrieben habe und sie dabei angeschaut habe. Meine Chefin weiß alles.

 

Daphne Danowski verspricht euch ab jetzt ungeschönte Sexstories aus dem Leben einer perversen pan- und polysexuellen Femme.

 

Illustration: Nadine Kappacher

Illustration: Nadine Kappacher

 

 

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