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Nichts über uns ohne uns |
Bei Wibs arbeiten drei Frauen und ein Mann mit Lernschwierigkeiten(1) sowie drei Unterstützerinnen. Für diese Arbeit werden wir alle bezahlt. Das ist ganz wichtig, damit unsere Arbeit ernst genommen wird. Außerdem haben wir dadurch gelernt, was der Unterschied zwischen Beschäftigungstherapie und richtiger Arbeit ist. Bis heute kämpfen wir dafür, dass alle Menschen mit Lernschwierigkeiten richtiges Geld für richtige Arbeit bekommen. Machtverhältnisse umkehren. Bei uns sind die Frauen und der Mann mit Lernschwierigkeiten die ExpertInnen. ExpertInnen sind wir, weil wir unsere und die Lebensgeschichten von anderen Menschen mit Lernschwierigkeiten sammeln. Und wir lernen daraus, dass es ganz viele verschiedene Möglichkeiten gibt, wie wir leben können. Und wir lernen immer wieder über unsere Rechte dazu. Das geben wir dann in unseren Beratungen weiter. Nichts über uns ohne uns. Damit wollen wir sagen, dass wir wichtige Entscheidungen selbst treffen können. Manchmal brauchen wir dabei Unterstützung oder Beratung. Manchmal können wir auch nur mitbestimmen. Aber fragen muss man uns. Reißt die Mauern nieder. Damit ist gemeint, dass wir überall dabei sein wollen, wo andere Menschen auch sind. Wir wollen normale Wohnungen haben und keine Extra-Heime. Wir wollen normale Arbeit und keine Extra-Arbeit. Richtiges Geld für richtige Arbeit. Wir wollen uns selbst ernähren können. Wir wollen nicht von der Gesellschaft abhängig sein. Wir wollen zeigen, was wir können, und dafür genug Geld verdienen. Heuern und Feuern. „Mensch zuerst“-Gruppen wollen sich ihre UnterstützerInnen gut aussuchen. Wir wollen sie auch selbst bezahlen. Dann können wir sie nämlich feuern, wenn sie uns nicht selbst bestimmen lassen. Persönliches Budget. Eine Forderung ist, dass die Menschen mit Lernschwierigkeiten das Geld für die Werkstätten und Wohnheime selbst bekommen sollen. Sie würden dann die Heime und Werkstätten selbst bezahlen. Diese Forderung finden einige Menschen nicht gut. Die wollen das Geld weiterhin selbst bekommen. Leichte Sprache. Leichte Sprache ist wichtig, damit wir die wichtigen Informationen bekommen und mitbestimmen können. Wir wollen zum Beispiel, dass es die Gesetze auch in leichter Sprache gibt. Damit wir sie besser verstehen. Es gibt Regeln zu leichter Sprache. Wir wollen, dass diese Regeln auch eingehalten werden. * Mit Unterstützung von Ulrike Gritsch und Lisa Wimmler (1) Früher hat man gesagt, dass wir „geistig behindert“ sind. Das finden wir abwertend und diskriminierend. Deshalb nennen wir uns lieber „Menschen mit Lernschwierigkeiten“. |