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Der Gegenwind wird schwächer |
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UND ALLE ANDEREN? Alle Adressen der Frauenberatungsstellen im Netzwerk, Qualitätsstan-dards etc.: www.netzwerk-frauenberatung.at Frauenministerium (u.a. mit einer Liste der geförderten Frauenservice-stellen): |
Im Juli hatte die Frauenministerin Vertreterinnen der Frauen- und Mädchenberatungsstellen aus ganz Österreich zu einem ersten Treffen im Bundeskanzleramt eingeladen. „Ich möchte direkten Kontakt mit jenen, die wertvolle Frauenarbeit leisten“, meinte Doris Bures. Schon allein solche Worte der Wertschätzung, in Kombination mit zahlreichen angekündigten Verbesserungen, lassen die Frauen aus den Beratungsstellen endlich aufatmen. Das Gesprächsklima sei viel besser, sind sich die Beraterinnen einig, „besonders nach dem Entsetzen der letzten Jahre“, so eine Kollegin aus Niederösterreich. „Wir werden wieder als Expertinnen wahrgenommen und nach unserer Meinung gefragt. Bei Rauch-Kallat zählten nur Vermittlungszahlen und der hohe verwaltungstechnische Aufwand reduzierte unsere Beratungskapazitäten“, erläutert Rosemarie Ertl vom Netzwerk der Frauenberatungsstellen. Frauenservicestellen. Ein Großteil der Frauen- und Mädchenberatungsstellen in Österreich tauschen sich im „Netzwerk der österreichischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen“ aus, das 1995 gegründet wurde. Dreißig der derzeit insgesamt 43 Beratungsstellen im Netzwerk sind anerkannte „Frauenservicestellen“. Dieser Titel wurde 1992 von Johanna Dohnal eingeführt, um den Ausbau von Frauenberatung immer in Verbindung mit frauenpolitischer Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken. Das heißt: Frauenservicestellen sind immer Teil einer Frauenberatungsstelle, die Beratungsangebote (von juris- tischer Beratung bis Unterstützung bei Gewalterfahrungen) müssen niederschwellig, freiwillig und kostenlos sein. Beratung hat in einem frauenfreundlichen Rahmen stattzufinden von multiprofessionellen Beraterinnen, die nicht „nur“ Sozialarbeiterinnen sind, sondern etwa auch Weiterbildung im Bereich frauenspezifischer Beratung haben. Das Angebot muss Beratung, aber auch Information und frauenspezifische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit umfassen. Finanzierung unzureichend. Anerkannte Frauenservicestellen bekommen vom Frauenministerium – im Vergleich zu anderen Einrichtungen – „recht gute Förderungen und ihre Anträge werden immer als erste bearbeitet“, erklärt Rosemarie Ertl vom Netzwerk. Und sie bekommen im Normalfall auch immer die gleiche Fördersumme: 2007 waren das 45.000 Euro für jede Frauenservicestelle. Das sind 500 Euro mehr als 2006, die selbe Erhöhung wie im Jahr davor. Und das ist eigentlich viel zu wenig, „wahrscheinlich nicht einmal eine Indexanpassung“, sagt Rosemarie Ertl. Sie hofft auf mehr Geld im nächsten Jahr und natürlich bleibt die Forderung des Netzwerks aufrecht, dass es eine Basisfinanzierung von mindestens 100.000 Euro für alle Frauen- und Mädchenberatungsstellen geben muss. Informationsstelle. „Sie geht auf unsere Vorschläge ein“, freut sich Maria Rösslhumer von der Informationsstelle gegen Gewalt in Wien. Das gibt Mut, aber zufrieden sind die Beratungsstellen damit noch lange nicht. Die Informationsstelle (inkl. Helpline) wurde 1999 gegründet, seither hat sie sogar um fast 15 Prozent weniger Geld bekommen. Besonders die Helpline wurde 2004 massiv gekürzt, weshalb sie beispielsweise nicht mehr ausreichend beworben werden konnte. Im Herbst möchte Doris Bures deshalb Geld für eine große Werbekampagne springen lassen. Zusätzlich bekommt die Informationsstelle Geld vom Frauenministerium für ihr Engagement im Rahmen der Europarats-Kampagne zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen. Kassandra. Auch die Beratungsstelle „Kassandra“ in Niederösterreich kann ihr „Minimalangebot“ nur deshalb aufrecht erhalten, weil die Mitarbeiterinnen viele unbezahlte Stunden leisten. Das Geld reicht also bei weitem nicht. Dabei kommen Vernetzung, politische Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit und ähnliches viel zu kurz – nach Dohnals Definition also eigentlich unerlässliche Qualitäten einer anerkannten Frauenservicestelle, die auch mitfinanziert werden müssten. Neue Frauenservicestellen. Was steht in den nächsten Monaten auf dem Programm? Zunächst arbeitet das Netzwerk der Frauenberatungsstellen im Auftrag der Frauenministerin an den Qualitätskriterien für anerkannte Frauenservicestellen. Es gibt zwar gewisse Qualitätsstandards, aber für alle gültige Kriterien festzulegen ist schwierig. „Jede Stelle hat andere Arbeitsschwerpunkte und auch andere Arbeitsweisen, je nach Region“, erklärt Rosemarie Ertl. Sogar Basisbetrieb unsicher. Eine ausreichende Basisfinanzierung der Frauenberatungsstellen ist notwendig und dringend. Viele Beraterinnen im ganzen Land arbeiten bereits am Limit oder darüber hinaus. Manche Beratungsangebote (etwa juristische) können, wenn überhaupt, nur minimal aufrecht erhalten werden. Selbst um den Basisbetrieb zu garantieren, müssen viele Stellen Geld über Projektförderungen dazu verdienen. |