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Das Ende also kommt dann, wenn die Sache fertig ist, die Zeit abgelaufen? Und wann beenden wir eine Liebe, begraben eine Hoffnung, entledigen uns eines Lasters, stehen anders zu Dingen, Menschen, kündigen ein Abo, verlieren das Interesse an Tierchen, Bezugspersonen, der Arbeit, dem Engagement, politischen Ansichten, der Eroberung des einstigen Glückfaktors, ...
Und plötzlich wieder Stille, der Rasenmäher ruhig, die Vögel zu hören. Aber nein, der Trimmer für die grashalmfreien Gehsteigkanten wird angeworfen – es ist noch nicht vorbei.
Ab welchem Zeitpunkt scheint eine Einstellung nicht mehr zu einer/m zu passen? Welche Faktoren bedingen diesen Prozess? Und ab welchem Zeitpunkt wird das vermeintliche Ende registriert? Wie lange bleiben Einsichten verwehrt, weil das „sich trennen“ lange nicht gewollt, vermieden und – als beste aller Methoden – aufgeschoben wird?
Und wenn das Ende dann endlich da ist, ist es dann ein unvermeidliches Ende, ein Ende in Etappen, eines mit Rückfallsansinnen oder Nichtakzeptanz, eine erlösende Befreiung, ein Verlust?
Ich sehe schon, so komme ich nicht weiter. Wie gut, dass ich mich gerade ungeheuer über ein inszeniertes „Ende“ aufregen kann. Eines, das in manchen Kulturen damit gleichgesetzt wird, eine „richtige“ Frau zu werden. In anderen Kulturen, immer häufiger auch in der fundamental-christlich amerikanischen (ja, es gibt Reinheitsevents, auf denen die Töchter mit ca. zehn Jahren ihren Vätern feierlich geloben, erst Sex in der Ehe zuzulassen), mit großem Bedacht, großem Aufwand, großem Gebrüll verteidigt wird. Der Akt der Defloration also, um den es hier geht, der Übergang eines Mädchens/einer Frau mit unversehrten Hymen in ein Leben ohne es.
Vier lustige Jungs, ihrer Selbstbeschreibung nach auch noch hübsch, zwei davon sogar Antialkoholiker – brav
Johann-Schorle statt Bier schlürfend – diese Jungs hatten eine Idee. Eine besonders gute, ihrer Meinung nach. Und die gefällt auch all jenen, die ihren überschwänglichen Lach-Senf (lol) dazu auf der Homepage des Vierergespanns hinterlassen haben. „ihr habt den humor, den einerseits emanzen verteufeln werden, der andererseits immer rarer wird, bei all dem bruhaha lachschmarrn der gegenwart,“ ist Heimo Raab aus Klagenfurt überzeugt. Über ein „wenig Humor“ sollten die Besucherinnen schon verfügen, warnen die Humorvollen im Impressum.
„Noch Jungfrau? Ärgern Sie Ihre Freundinnen, weil Sie es noch nicht geschafft haben? Haben Sie Angst vor diesem Schritt? (...) Kommen Sie zu uns! Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr modern als Jungfrau in die Ehe zu gehen. Wir von Deflorateur sind alle Profis ins unserem Fach. Wir bieten schmerzfreie, einfühlsame und perfekte Defloration (Entjungferung).“
Wow, was für eine Marktlücke! Klar, es werden nur Frauen mit natürlichen Jungfernhäutchen und Damen unter vierzig Jahren defloriert. Schön auch, dass Mädchen zwischen 18-22 bei einem Körpergewicht bis siebzig Kilogramm kostenlos „behandelt“ werden. Einem „Mädchen“ ab 28 Jahren muss es da schon fünfzig Euro plus den Aufpreis von zwanzig Euro für das romantische Blümchendesign (Deflo Soft) wert sein, um endlich dazuzugehören. Auf der informativen Preislistenseite steht auch, dass „Verhütung (Kondom) bei erstmaligen Deflorationen nicht notwendig“ ist, ansonsten sind fünf imaginative Euro zu berappen. Besonders korrekt auch das Angebot „Girl on Girl Entjungferung“, selbstverständlich nicht ohne die Anwesenheit der männlichen Kollegen, wegen der Qualitätssicherung, na klar! Auf Wunsch darf sich die nun endlich Beglückte das lebenswichtige Spektakel auf Video mit nach Hause nehmen. An der Entstehung dieser unglaublichen Serviceleistung für den Humor soll auch eine Frau beteiligt gewesen sein.
Wer glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid, ihr beschissenen, vertrottelten Würstchen! Habt ihr denn nichts Besseres zu tun, sonst nichts zu lachen? Gebt endlich Ruhe, so wie der Trimmer jetzt auch! |